PLFEGE und EINSATZ VON ZUBEHÖR |
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Vor dem Einspannen in die Schärfmaschine wird der Schärfring auf die Schärfrolle montiert. Die Schärfrolle hat ein Gehäuse aus gehärtetem Stahl, das größer ist als der Innendurchmesser des Schärfrings. Mit Hilfe einer hydraulischen Presse wird die Rolle in den Ring gepreßt. Dieser Preßsitz bzw. diese Preßpassung halten den Schärfring während des Schärfvorgangs auf der Rolle.

Abb. 27 Schärfrolle
Der Preßsitz der Schärfrolle im Schärfring zwingt dem Ring die perfekte runde Form der Rolle auf. Jede Unregelmäßigkeit, die bei der Wärmebehandlung am Schärfring entstanden ist, wird durch das Einpressen der Rolle ausgeglichen. Ein exakter Rundlauf ist erforderlich, damit der Schärfring glatt und vibrationsfrei über den Schleifstein läuft.

Abb.28 Schärfrolle (zerlegte Ansicht)
In der Schärfrolle befinden sich zwei Kegelrollenlager, die durch eine Abstandsbuchse getrennt sind. Der Bohrdurchmesser der Abstandsbuchse paßt toleranzgenau auf die Rollenachse. Diese Abstandsbuchse ist breiter als das Schärfrollengehäuse und verhindert so, daß das rotierende Gehäuse mit den Seiten der Aufnahme in Berührung kommt. Abschlußplatten und Befestigungsringe halten Rollenlager und Abstandsbuchse im Gehäuse.

Abb.29 Schärfrollenzapfen
Die Achsen der Schärfrollen sind so konstruiert, daß sie in jede Schärfmaschinenaufnahme passen. Aufgrund der Vielzahl an gebräuchlichen Aufnahmen gibt es viele unterschiedliche Achsen. Die Achse ist gehärtet und paßgenau auf die Abstandsbuchse und die Aufnahmelöcher zugeschliffen. Alle Achsen sind so konstruiert, daß sie das Ende der Abstandsbuchse gegen eine Seite der Aufnahme oder gegen eine Schulter auf der Achse drücken, damit sich die Abstandsbuchse nicht auf der Achse dreht. Ausgenommen sind Konstruktionen für kanadische Hochmagazinschleifer, wo ein Keil in der Bohrung der Abstandsbuchse in eine Keilnut in der Achse einrastet. Schärfringachsen werden in die Maschinenaufnahme eingesetzt und halten entweder die Schärfrolle oder den Abschrägring in der Aufnahme. Achsen für Schärfrollen dürfen nicht zum Einspannen von Abschrägringen verwendet werden. Die Achse muß fest in die Aufnahme gespannt sein, damit sie nicht in den Aufnahmelöchern rotiert. Die Abstandsbuchse darf sich nicht auf der Achse drehen. Die Drehbewegung findet ausschließlich in den Lagern der Schärfrolle statt. Achse und Schärfrolle müssen eng und exakt aneinander sitzen. Der Abschrägring hingegen dreht sich auf der Rollenachse. Diese Achse DARF NICHT dieselbe sein wie für die Schärfrolle. Der Außendurchmesser der Abschrägringachse muß 0,08mm kleiner sein als der Innendurchmesser des Abschrägringbronzelagers. Sowohl Lager als auch Achse reichlich mit schwerem Schmierfett einschmieren.

Abb. 30 Anordnung von Aufnahme und Schärfrolle
In Voith und Tampella Überdruckschleifern mit geteilter Aufnahme werden Schärfrollen mit integrierter Welle verwendet. Bei diesen Schärfrollen bestehen Abstandsbuchse und Achse aus einem Stück. Die Schmierung dieser Schärfrollen erfolgt über eine Schmieröffnung am Ende der integrierten Welle.

Abb. 31a Schärfrolle mit integrierter Welle (zusammengebaut)

Abb. 31b Schärfrolle mit integrierter Welle (zerlegte Ansicht)
Die Wartung der Schärfrolle umfaßt das regelmäßige Schmieren und Justieren der Lager, sobald diese ausleiern. An der Umfangsseite des Schärfrollegehäuses befindet sich ein Muffenstopfen mit Innensechskant. Diesen Stopfen entfernen und eine Schmiernippelvorrichtung anbringen. Vielzweckschmiermittel Nr. 2 durch diese Vorrichtung pumpen, bis es durch die Gummidichtungen an den Enden der Abstandsbuchse herauskommt. Die Lager sollten vor jedem Schärfen und Abrichten des Schleifsteins geschmiert werden. Mit Hilfe des an der Presse angebrachten Abstreifrings den Schärfring entfernen, um an das Schmierloch zu gelangen. Bei Rollen mit integrierter Wellen muß der Schärfring nicht entfernt werden. Hier werden die Lager über die Schmiervorrichtung am Ende der integrierten Welle gefettet. Sind die Lager verschlissen, schicken die meisten nordamerikanischen Fabriken ihre Schärfrolle zum Nacharbeiten an den Hersteller zurück. Es sind auch Reparatursätze mit speziellen Abschlußplatten erhältlich, die den Verschleiß an den Lagern ausgleichen. Wenn der Außendurchmesser des Schärfrollengehäuses weniger als 98,5mm mißt, muß das Gehäuse ausgetauscht werden.
Zum Einpressen der Schärfrolle in den Schärfring wird eine Luft-/Hydraulikpresse in Tischbauart verwendet. Normalerweise reichen 10 Tonnen Kraft zum Einpressen der Schärfrolle aus. Die Presse hat eine max. Leistung von 25 Tonnen.

Abb. 32 Schärfringpresse
Um einen benutzten Schärfring aus der Schärfrolle zu entfernen und ein neuen Schärfring einzusetzen, wird der neue Ring auf den Pressentisch gestellt. Der benutze Schärfring in der Schärfrolle wird auf den neuen Ring gesetzt. Mit dem Amboß am Ende des Preßkolbens wird die Rolle vom benutzten Schärfring direkt in den neuen Ring gepreßt. Weder auf die Abstandsbuchse noch auf die Abschlußplatten darf Druck aufgebracht werden.
Um die Schärfrolle zum Überprüfen oder Schmieren ganz aus dem Schärfring zu holen, ist die Presse mit einem Abstreifring versehen. Der Innendurchmesser des Abstreifrings ist größer als der Außendurchmesser der Schärfrolle. Der Abstreifring wird auf den Pressentisch gestellt. Schärfrolle mit aufgesetztem Schärfring auf den Abstreifring setzen. Der Amboß preßt die Schärfrolle aus dem Schärfring in den Abstreifring. Der Mindestdruck zum Betrieb der Presse beträgt 70psig (4,7 bar). Bei diesem Druck ist die Kolbengeschwindigkeit sehr gering. Für eine optimale Leistung ist ein Luftdruck zwischen 80 und 100 psig (5,3 bis 7,0 bar) erforderlich. Die Luft sollte staubfrei sein, muß aber keine Instrumentenqualität haben. Die Presse ist mit Filter, Vakuumregler und Schmiergerät ausgestattet. Das Schmiergerät muß stets mit sehr leichtem Hydrauliköl gefüllt sein, um Rost im Luft- / Hydraulikpumpengerät zu verhindern. Bei jedem Pressenhub müssen zwei oder drei Tropfen Öl in den Luftstrom gelangen. Eine vollständige Bedien- und Wartungsanleitung wird mit jeder Presse mitgeliefert.

Abb. 33 Schärfmaschine
Alte und neue Schärfmaschinen müssen ständig gewartet werden, damit ein hochwertiges Schärfen der Steine gewährleistet ist. Hohe Genauigkeit und Vibrationsfreiheit sind die Hauptkriterien für gute Wartung. Wir schlagen vor, daß jede Fabrik eine oder zwei zusätzliche Drehbänke in gutem Betriebszustand in Reserve hält, um defekte Geräte sofort zu ersetzen. Schärfmaschinen müssen alle sechs Monate überprüft und alle zwei Jahre generalüberholt werden.
Alle sechs Monate wie folgt vorgehen: